Das skrupellose Geschäft mit den Rauchmeldern

Januar 20, 2010 | Allgemein

Mitte Dezember begann der Gerichtsprozess gegen die zwei Betrüger Bernd Sch. (44) und Holger S. (59) vor dem Landgericht in Mönchengladbach. Der Vorwurf: Beide ließen, so die Westdeutsche Zeitung, in China etwa 800000 gefälschte Rauchmelder anfertigen, die für den praktischen Gebrauch komplett unbrauchbar waren. Um die Glaubhaftigkeit ihrer Produkte zu erhöhen, soll die Verpackung mit dem Gütesiegel der “Stiftung Warentest” versehen worden sein.

Anschließend sollen sie die Rauchmelder an Handelsketten wie Aldi Süd (371000 Stück), Plus (31824 Stück), Praktiker (300000 Stück, gemischt mit echten Rauchmeldern) und Globus (10000 Stück) verkauft haben. Bei Aldi z.B. wurden die Rauchmelder unter dem Markennamen Eurotools zum Stückpreis von 2,25 € verkauft worden sein. Die Rauchmelder waren den Produkten der Marke Eyston nachempfunden. Ausgerechnet ein Testkäufer dieser Firma, ließ den Schwindel auffliegen. Allein Aldi Süd kostete die Rückruf-Aktion 300000€.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet Betrug, Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Markengesetzt vor.

Der Prozessauftakt war jedoch nur von kurzer Dauer, da einer der Verteidiger einen Befangenheitsantrag stellte. Einer der beiden Anwälte hatte kritisiert, das Gericht habe mit dem anderen Verteidiger einen Deal abgesprochen, wonach dessen Mandant im Gegenzug für ein Geständnis nur eine Bewährungsstrafe bekommen solle. Wann der Prozess fortgesetzt wird, ist noch unklar.

Quelle: Westdeutsche Zeitung Wuppertal, Bild

Schreiben Sie einen Kommentar